


InStyle 06/05
Leinwand-Beau Michael Vartan spielt an der Seite der schönen und glamourösesten Frauen Hollywoods: neben Drew Barrymore in "Ungeküsst", neben Jennifer Garner in "Alias", neben Jennifer Lopez in seinem neusten Film "Das Schwiegermonster" (ab 26. Mai im Kino)... Und wie das mit stilvollen Frauen an der Seite von Männern so ist: Irgendwann und irgendwie schaffen sie es immer, seine Garderobe und seinen Look zu verändern. Bei dem 36-jährigen Michael Vartan lief das nicht anders. Nur dass für seinen aktuellen lässig-eleganten Kleidungsstil nicht Jennifer Garner verantwortlich ist, mit der er immerhin über ein Jahr zusammen war, sondern die schokoladnefarbene Labradordame Millie. "Ich habe mir extra einen Anzug schneiden lassen, der farblich zu ihr passt", erzählte Michael. Schließlich ist Millie derzeit das einzige weibliche Wesen in seinem Leben. "Mit ihr teile ich mir eine Villa in den Hollywood Hills."
Geboren und aufgewachsen sind Sie aber in Frankreich, dem Land der Haute Couture. Hat das ihren Stil beeinflusst?
Ich bin in einem Dorf groß geworden, das gerade mal 300 Einwohner hat. Über Stil hat sich dort niemand Gedanken gemacht. Im Sommer haben alle auf den Feldern gearbeitet. Da hat sich wirklich keiner dafür interessiert, von welchem Label das T-Shirt ist, das er gerade trägt. Nur wenn es zum Tanzen in die Stadt gingen, hat man sich fein gemacht. Dann trugen wir Lacoste-Shirts, billige Khakihosen und irgendwelche verrückten Schuhe dazu. Mit 18 bin ich dann weggezogen in die vereinigten Staaten.
Was haben Sie sich von den USA erwartet?
Meine Mutter lebte dort. Ich war zwar meistens bei meinem Vater in Frankreich. Aber jedes Jahr im Sommer und an Weihnachten habe ich sie besucht. Also war es für mich kein Kulturschock, dort hinzukommen. Im Gegenteil, es war schön: so viele Frauen in Miniröcken!
Gibt es einen Unterschied zwischen französischem und amerikanischen Stile?
Die Leute in Paris kleiden sich konservativer und sind labelbewusster. In L.A. kannst Du tragen, was Du willst. Ich liebe das. Ich kann in T-Shirt und Jeans ins noble Restaurant "Le Dôme" gehen und niemand zieht die Augenbrauen hoch.
Ist L.A. deswegen ihre Lieblingsstadt?
Ich finde, New York ist die beste Stadt der Welt und Paris die schönste. Aber ich mag Los Angels, weil es ständig in Bewegung ist und viel Neues hervorbringt.
Auch modemäßig?
Ich bin nicht der Meinung, dass Kleider Leute machen. Man kann in Jeans und Tennisschuhen genauso cool aussehen wie in Anzug und Krawatte.
Haben Sie einen Lieblingsdesigner?
Paul Smith. Auch Armani und Hugo Boss sind großartig. Ich mag vor allem den klassischen Look, habe aber auch ein paar ausgefallenere Anzüge von Gucci.
Haben Sie ein Stilvorbild?
Nein, nicht wirklich. Aber Brad Pitt zum Beispiel könnte eine Eisenbahneruniform tragen und würde darin immer noch klasse aussehen. Oder Hank Azaria (der Star aus dem Film "... und dann kam Polly!"): Ich bin mit ihm befreundet. In seinem Kleiderschrank sieht es ungelogen aus wie in einer Luxusboutique. Alle Anzüge hängen fein säuberlich nebeneinander. Ich habe es gerade mal soweit geschafft, meine Hemden und Hosen so gut es geht auseinander zu sortieren.
Tragen Sie gerne Schmuck?
Gold hasse ich. Sterlingsilber mag ich schon eher. Ist auch billiger. Aber um ehrlich zu sein, ich bin kein Schmucktyp. Das liegt vermutlich daran, weil es mir nicht mal gelingt, mir einen Ring vom Finger zu ziehen, ohne ihn dabei tausendmal hin und her drehen und rauf und runter schieben zu müssen. Sprich: ohne mich dabei zum Idioten zu machen.
Wenn nicht für Schmuck, für was geben Sie dann so richtig Geld aus?
Vor Jahren habe ich mal so richtig auf den Putz gehauen und mir einen BMW 540 gekauft. Für 60 000 Dollar! Dabei hatte ich noch nicht mal einen Job. Okay, mein Manager Stephan hat gemeint, ich würde sicher bald einen finden, darüber bräuchte ich mir keine Gedanken zu machen. Aber trotzdem, das Ganze hatte so etwas von Las Vegas: Nimm deine ganzen Ersparnisse und setze alles auf Schwarz. Oder doch besser auf Rot? Gott sei Dank ging alles gut.
Was macht eine Frau für Sie sexy. Welches Outfit finden Sie so richtig scharf?
Es kommt nicht darauf an, was eine Frau trägt. Sexy ist, wie sie es trägt. Als Mann musst du erkennen können, dass sie sich in ihrem Outfit wohl fühlt.
So wohl wie Sie in Ihrem T-Shirt
Ich liebe meine T-Shirts. Vor allem weil sie von dem New Yorker Mets sind. Ich bin ein absoluter Fan dieser Baseballmannschaft. Mein ganzes Haus ist voll mit Sachen von den Mets: Wimpel, Käppis... Ich hätte wahrscheinlich noch viel mehr, wenn ich mir nicht kürzlich selbst gesagt hätte: Hey Junge, du bist mit 36, jetzt ist langsam mal genug damit.
Was war das Wichtigste, das Sie in diesen 36 Jahren gelernt haben?
Mit dem zufrieden zu sien, was man ist. Wobei ich zugeben muss, dass ich schon sehr gern ein Charakterdarsteller wäre. Vielleicht sollte ich einfach mal Eishockey ohne Gesichtsschutz spielen. Dann könnte ja noch einer aus mir werden.
Rhonda Richford
InStyle 06/2005